Im Licht des neuen Tages zeigt sich Genua doch von einer etwas freundlicheren Seite. Die üblen Gestalten sind verschwunden (entweder noch im Bett oder schon auf der Fähre) und so mancher Einblick in Eingangshallen und Höfe enthüllt die Pracht der einstmal reichen Handelsstadt. In einem engen Gässchen entdecken wir ein paar typisch italienische Lebensmittelgeschäfte, wo wir uns mit Proviant für die Überfahrt eindecken.
Um 08.00 machen wir uns auf den Weg zum Hafen. Nachdem wir die IP-Tankstelle zum dritten mal passiert haben (immer der Beschilderung nach), fragen wir einen Hafenatrbeiter nach dem Weg zur tunesischen Fähre. Er erklärt, sagt sinistra (links) und zeigt gleichzeitig nach rechts, wir bedanken uns und erkennen erst an der nächsten Kreuzung, dass wir nicht links und rechts gleichzeitig fahren können (Physik!). Wir entscheiden uns für links, tauchen ein in eine schlecht ausgeleuchtete, nicht beschilderte Katakombe, passieren einen Schlagbaum und stehen plötzlich vor der Carthage, der neuesten Fähre der CTN. Warum man von uns verlangt, drei Stunden vor dem Auslaufen einzutreffen, können wir nicht nachvollziehen. Die folgenden drei Stunden warten wir direkt vor dem Zaun (die Motorräder zuerst) in der prallen Sonne (also damals haben wir das noch für eine pralle Sonne gehalten). Endlich an Bord, vertäuen wir unsere Mopeds und beziehen die Kabinen. Das Schiff verfügt über drei Restaurants, einen Laden, einen Pool, einen Nachtclub und Platz für 600 Autos und 3000 Personen. Trotz der enormen Grösse erweist sich die Carthage beim Manövrieren im Hafen als äusserst wendig. Mit einer Stunde Verspätung verlassen wir 13.05 Genua, Italien, Europa.
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