Cap Bon
10.08.2000
Afrika begrüsst uns mit einem kleinen Staubsturm, Tunesien mit einer nicht enden wollenden Bürokratie. Nachdem wir bereits auf dem Schiff in nicht weniger als drei (selbstverständlich auf dem ganzen Schiff verstreuten) Büros von Polizei, Zoll und Fremdenpolizei diverse Papiere ausgefüllt haben, müssen wir diese nun im Hafen an zahlreiche, nicht koordinierte Beamte verteilen. Die tunesischen Passagiere haben noch eine pedantische Durchsuchung ihrer Fahrzeuge vor sich, während wir unseren Maschinen so gut es geht die Sporen geben, um aus der Stadt zu kommen. Des auf tunesischen Strassen üblichen Verhaltens völlig unkundig, brauchen wir volle Konzentration und starke Nerven: blinken und in der dafür vorgesehenen Spur fahren unbekannt, Rotlichter reine Empfehlungen, überhohlt wird grundsätzlich links und rechts, manchmal auch dazwischen.

Wir beschliessen uns bei den Thermalbädern von Korbous zu verpflegen und anschliessend das Cap Bon zu umrunden. Endlich will so richtiges Easy Rider Feeling aufkommen. Auf der engen Strasse folgen wir der wilden Nordküste des Caps, geniessen die herrliche Aussicht über die Felsen auf das Meer. Nach ca. 70 km kürzen wir die Küstenstrecke das Cap in Richtung Menzel Temime überquerend ab, da mein 2-Takter bereits wieder Durst hat. Gegen Abend treffen wir in Nabeul ein, wo wir ohne viel zu suchen den Campingplatz direkt am Meer finden. Unser VauDe kontrastiert wunderbar mit den "Nomadenzelten" der einheimischen Camper, vielleicht auch deshalb, weil es das einzige Zelt ist, das nicht mit mindestens 500 W beschallt ist. Nachdem ich ein bisschen mit den Herren der Schöpfung auf der Veranda geplaudert habe (für Frauen ziemt sich das offensichtlich nicht), versuchen wir auf unserem Benzinkocher eine kleine Malzeit zu zaubern. Da der Hunger bekanntlich der beste Koch ist, schlafen wir schliesslich satt und zufrieden ein.