Vom Römischen bis zum Deutschen Reich
17.08.2000
Die Ölpfütze unter Isabels CM hat sich über Nacht nur unwesentlich vergrössert. Ich schätze, dass die Maschine pro Tag ungefähr 0.2 Liter Öl verliert. Deshalb beschliessen wir, auf eine Reparatur in Tunesien zu verzichten, und stattdessen immer mal wieder ein bisschen Öl nachzugiessen.

Thuburbo Maius ist nach Dougga die grösste, freigelegte Römersiedlung in Tunesien. Leider ist die Ausgrabung ziemlich ausgeschlachtet. Die meisten Mosaiken und sämtliche Statuen wurden entfernt und zum Teil im Bardo-Museum ausgestellt. Trotzdem gibt es für den interessierten Touristen genügend zu sehen, allem voran die gewaltige Zisternenanlage, die einst die ganze Stadt mit Wasser versorgt haben soll. Die zahlreichen Touristen, die während unseres Besuchs durch die Anlage getrieben werden, bekommen davon allerdings nicht allzuviel mit: Raus aus dem klimatisierten Bus, Kapitol, Forum, Videokamera, Merkurtempel, Sommertherme, Filmwechsel, Wintertherme, Amphitheater hamma in Rom schon gesehen, Trinkgeld, zurück in den Bus, 15 Minuten, neuer Rekord. Die folgenden Kilometer nach Tunis führen uns entlang eines imposanten Aequadukts. Dieser wurde einst vom römischen Kaiser Hadrian errichtet, um Carthago mit Süsswasser zu versorgen. Bei den immer wiederkehrenden Kriegen wurde er wiederholt beschädigt und anschliessend wieder repariert. Die letzte Auseinandersetzung um Tunesien - der zweite Weltkrieg - bedeutete dann auch das definitive Ende für die fast 90km lange Wasserleitung.

Das Hotel du Lac in Tunis erfüllt unsere Erwartungen nicht ganz, sprich in Europa würde hier die Gesundheitspolizei einschreiten: Im Badezimmer tummelt sich allerlei Getier, der Duschvorhang ist von oben bis unten verschimmelt und von der Bettwäsche kann ich nicht guten Gewissens behaupten, dass sie gewaschen wurde. Dafür kann mit dem Fernseher VIVA empfangen werden und wir freuen uns, nach all der Zeit europäische Musik hören zu können.