Wir haben beschlossen, gegen 11.00 aufzubrechen und die Mittagssonne im Schatten der Oase von Chenini vorbeiziehen zu lassen. Schliesslich wollen wir heute nur 120 km nach Ksar Ghilane, einer Oase in der Sahara unter die Räder nehmen. Zu diesem Zeitpunkt glauben wir noch, dass diese 120 km eine Frage von zwei bis drei Stunden sein werden. Als erstes müssen wir in Matmata, der letzten Stadt vor der Wüste, feststellen, dass die in der Karte eingezeichnete Tankstelle rein fiktiv ist. Also zurück nach Matmata Nouvelle, um zwei Kanister Benzin zu besorgen..
Bis zum Cafe Bir Soltaine haben wir 60 km Piste hinter uns gelassen. Die Nadel meiner Motortemperatur wandert immer wieder von "heiss" über "sehr heiss" nach "zu heiss". Manchmal hilft schnelleres Fahren, manchmal bleibt mir nur noch über den Kühler zu pinkeln. Nach Bir Soltaine wird die Piste zunehmends schlechter. In unserem Reiseführer steht, dass die gelegentlichen, "wenige Meter langen" Sandverwehungen auf der Piste von Pkws "mit etwas Schwung leicht zu passieren" seien. Die Sandverwehungen sind allerdings ziemlich häufig und zum Teil bis zu hundert Metern lang. Mit den glatten Strassenreifen von Isabels Honda habe ich ordentlich Mühe die Spur zu halten und vorwärtszukommen. Isabel wird indessen von meiner Kawa abgeworfen und verflucht den Tag, an dem ihr 35 CHF für Knieschoner zu schade waren. Allmählich geht die Sonne unter und ein Ende dieser Etappe scheint nicht in Sicht zu sein. Es ist bereits stockdunkel, als wir endlich die Abzweigung von der Pipelinepiste in Richtung Ksar Ghilane erreichen. Und wie im Reiseführer versprochen beginnt hier, nach hundert Kilometern Piste, ein 15 km langes Stück asphaltierter Strasse.
Die letzten Kilometer durch die Oase fühlen wir uns wie im Paradis: Über unseren Köpfen weht der Wind durch mächtige Dattelpalmen und der Weg ist gesäumt von Büschen aller Art.Wir stellen unser Zelt in einer ruhigen Ecke (hier wimmelt es von Touristen) auf, geniessen eine warme Dusche und eine eiskalte Cola.
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